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3. Belastende körperliche oder emotionale Kindheitserfahrungen als AD(H)S-Ursache

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3. Belastende körperliche oder emotionale Kindheitserfahrungen als AD(H)S-Ursache

3.1. Belastende körperliche Kindheitserfahrungen als (Mit-)Ursache von AD(H)S

3.1.1. Flaschenfütterung erhöht, Stillen verringert AD(H)S-Risiko

Säuglinge, die nicht gestillt wurden, zeigten als Kinder ein erhöhtes AD(H)S-Risiko, während Kinder, die als Säuglinge nicht gestillt wurden, ein verringertes AD(H)S-Risiko aufwiesen.123

Das AD(H)S-Risiko verringert sich mit der Dauer des Stillens.45

Unklar ist, welchen Einfluss hierauf das Stillen bzw. die Nahrung selbst hat Es ist bekannt, dass Bisphenol A das AD(H)S-Risiko erhöht. Bisphenol A war 2007 noch wesentlich häufiger in Babyfläschchen enthalten als in 2011, was erklären könnte, warum eine Untersuchung bei 2007 mittels Fläschchen ernährten Kindern noch ein fünffach erhöhtes AD(H)S-Risiko fand, bei in 2011 mittels Fläschchen ernährten Kindern dagegen keine Risikoerhöhung mehr vorfand.6

Muttermilch enthält viele Stoffe, die für die Entwicklung von Babys essentiell sind, wie z.B. mehrfach ungesättigte Fettsäuren.3

Zudem beinhaltet Stillen eine körperliche Zuwendung zu dem Kind.

3.1.2. Schreikinder

3.1.2.1. Faktoren, die das Risiko für Schreikinder erhöhen

Sind die Eltern schwere Raucher, oder raucht die Mutter während der Schwangerschaft, erhöht sich das Risiko für ein Schreikind um 30 bis 150% (etliche Studien); die größte Studie hierzu (n = 5845) nennt ein um 69% erhöhtes Risiko.7
Daneben bestehen etliche weitere mögliche Ursachen, die systematisch ausgeschlossen werden sollten.8

3.1.2.2. Risikoerhöhung für AD(H)S bei Schreikindern

Schreibabys haben ein signifikant erhöhtes AD(H)S-Risiko.910 Eine andere Studie berichtet von einem 11,8 Mal höheren Risiko, im Alter von 8 bis 10 Jahren Hyperaktivität auszubilden (plus 1181%), Verhaltensprobleme und eine negative emotionale Ausrichtung wurden doppelt so häufig wie bei Nichtbetroffenen berichtet.11

Details

Bei einer üblichen Prävalenz von 5 bis 10% für AD(H)S (alle Subtypen) würde eine Erhöhung des Risikos um das 11,8-fache bedeuten, so dass 60 bis 100% aller Schreikinder eine ADHS-Form ausbilden.
Daneben wird von Studien berichtet, wonach (ehemalige) Schreikinder mit 3,5 Jahren nach Einschätzung der Mütter zwar häufiger Verhaltensauffälligkeiten haben, jedoch keine Probleme bei Aufmerksamkeitsspanne, Verhaltensregulation und Soziabilität.12 Schreikinder lösen bei ihren Eltern erheblichen Stress aus. 5,6% aller Schreikinder bringen ihre Eltern so weit, dass Misshandlungen und Vernachlässigung erfolgen, bis hin zu erheblicher Körperverletzung (schütteln, schlagen).7

Dies belegt den erheblichen Stress, den das betroffene Baby über die eigentliche Ursache, die es zum Schreien bringt, hinaus erlebt. Es entwickelt sich ein sich selbst verstärkendes System: Stress des Kindes verursacht Schreien, dies verursacht Stress bei den Eltern, der wiederum den Stress des Kindes verstärkt.

Das Schreien wird derzeit nicht als ein eigenes erstes Symptom von AD(H)S betrachtet.

3.1.3. Fütterungsprobleme bei Säuglingen

Fütterungsprobleme bei Säuglingen korrelieren mit AD(H)S im Jugend- und Erwachsenenalter.10

3.1.4. Schlafprobleme bei Säuglingen

Schlafprobleme bei Säuglingen korrelieren mit AD(H)S im Jugend- und Erwachsenenalter.10

3.1.5. Subependymale Pseudozysten bei Neugeborenen

Subependymale Pseudozysten bei Neugeborenen erhöhen das Risiko für AD(H)S und Autismus.13

3.1.6. Valproinsäure bei Neugeborenen

Untersuchungen an Mäusen legen nahe, dass eine Valproatgabe bei Neugeborenen dauerhafte Schäden verursachen könnte, die denen von ASS und teilweise von AD(H)S ähneln.14

3.1.7. Antibiotikagabe in den ersten Lebensjahren

Antibiotikagabe im zweiten Lebensjahr erhöhte in einer sehr großen Studie das Risiko für AD(H)S um 20 bis 33 % und für Schlafprobleme um 24 bis 50%.15
Eine kleinere Studie fand häufigere Verhaltensschwierigkeiten und depressive Symptome an 3 1/2 Jahre alten Kindern, die im ersten Lebenjahr Antibiotika erhalten hatten.16 Zwei andere Studien fanden keine erhöhten Risiken psychischer Störungen bei Antibiotikagabe in den ersten 1 17 bis 218 Lebensjahren.

3.1.8. Chirurgische Eingriffe unter Anästhesie

Kinder, die im Alter bis 5 Jahre einen einzelnen chirurgischen Eingriff unter Anästhesie erfuhren, nahmen in späteren Jahren mit einer um 37% höheren Wahrscheinlichkeit AD(H)S-Medikamente ein.19 Die Autoren dieser umfangreichen Studie diskutieren eine erhöhte Vulnerabilität der Betroffenen für neurotoxische Substanzen (Anästhetika).
Eine Kohortenstudie in Taiwan fand kein erhöhtes AD(H)S-Risiko durch Anästhetika in den ersten 3 Lebensjahren.20

Offen dürfte sein, inwieweit die Wahrscheinlichkeit eines chirurgischen Eingriffs unter Anästhesie bereits durch die erhöhte Unfallwahrscheinlichkeit von AD(H)S-Betroffenen beeinflusst wird. Sieh hierzu unter Folgen von AD(H)S.
Eine andere Stunde fand eine Erhöhung des AD(H)S-Risikos bei einmaliger Anästhesierung anlässlich einer OP im Alter von bis zu 5 Jahren um 37%, bei mehrmaliger um 75%.21

Eine weitere Studie fand eine deutlich erhöhte AD(H)S-Quote unter 10 bis 16-jährigen, die als Kleinkinder eine Operation eines angeborenen Herzfehlers erhalten hatten.22

3.1.9. Neurodermitis / atopisches Ekzem in Kindheit

Neurodermitis / atopisches Ekzem in der Kindheit korreliert mit einem erhöhten AD(H)S-Risiko.23

3.1.10. Antihistaminika in den ersten Lebensjahren

Eine große Kohortenstudie fand, dass eine Einnahme von Antihistaminika (insbesondere Antihistaminika der ersten Generation) in den ersten Lebensjahren das Risiko einer späteren AD(H)S signifikant erhöhte. Als mögliche Ursache wurde eine Störung des REM-Schlafs genannt, die sekundär die Hirnreifung beeinträchtige.24

3.1.11. Passivrauchen – Rauchende Personen in der Umgebung in den ersten Lebensjahren

Nikotinexposition von Kindern wird mit einem erhöhten AD(H)S in Verbindung gebracht.5 Kinder mit AD(H)S hatten in einer Studie doppelt so häufig Raucher in der Familie wie nichtbetroffene Kinder.25
Bei Passivrauchen wird ein Zusammenhang zu bestimmten MAO-A-Genvarianten genannt, die einen niedrigeren Serotoninabbau bewirken.26

Bei Kindern zeigte sich eine lineare Assoziation zwischen Speichel-Cotinin (ein Nikotin-Abbauprodukt) und Hyperaktivität und Verhaltensproblemen. Diese Assoziation blieb signifikant, nachdem die familiäre Armut, die Erziehung der Eltern, eine AD(H)S-Vorgeschichte, Feindseligkeiten, Depressionen, der IQ der Pflegekräfte und geburtshilfliche Komplikationen herausgerechnet wurden und auch nachdem Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft geraucht hatten, von der Berechnung ausgeschlossen wurden. Dies weist darauf hin, dass bereits eine Nikotinexposition in den ersten Lebensjahren allein Hyperaktivität und Verhaltensprobleme erhöhen kann.27

3.1.12. Luftverschmutzung in der Kindheit

Eine große Kohortenstudie fand einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Stickstoffoxiden und Feinstaub (<2,5 pm) in der Kindheit und der Entstehung von AD(H)S.28 Eine kleinere Kohortenstudie bestätigte dies für Feinstaub, jedoch nicht für Stickstoffdioxid.29
Das Risiko einer AD(H)S stieg je Anstieg von 10 μg/m3 Stickoxid um 38 % und je Anstieg von 5 μg/m3 Feinstaub PM2.5 um 51 %. Wurden beide Faktoren gemeinsam betrachtet, überwog der Einfluss von Stickoxid. Alter und Geschlecht der Betroffenen sowie Bildungsgrad und Einkommen der Eltern waren dabei herausgerechnet. Eine Metauntersuchung von 28 Berichten fand bei der Mehrheit der Berichte ähnliche Ergebnisse.30 Stickoxide nehmen bereits in nichttoxischer Dosis Einfluss auf die glutamaterge, opioiderge cholinerge und dopaminerge Neurotransmission im Gehirn.31
Eine weitere Metastudie von 12 Untersuchungen fand bei 9 davon eine Korrelation zwischen Feinstaub und AD(H)S bei Kindern.32

Bei Ratten führten eingeatmete Druckerpartikel in einer Studie zu 5-fach erhöhten Dopaminwerten, wobei diese wahrscheinlich durch eine erhöhte Synthese und nicht durch einen verringerten Abbau entstanden.33 .

3.1.13. Weniger Grünwuchs in der Umgebung des Kindergartens / der Schule

Eine sehr umfassende Untersuchung an knapp 60.000 Kindern (davon 4,4 % mit einer AD(H)S Diagnose) zwischen 2 und 17 Jahren in 93 Kindergärten / Schulen in Nordostchina fand eine starke negative Korrelation der Menge des Grüns (Menge der Pflanzenwelt) in der Umgebung des Kindergartens / der Schule von Kindern mit AD(H)S. Je weniger Grün vorhanden war, desto höher war die AD(H)S-Quote.34 Eine kanadische Kohortenstudie,29 eine größere Studie aus Neuseeland35 und eine kleinere Studie an Kindern in Barcelona36 kamen zu vergleichbaren Ergebnissen.

Die Schlussfolgerungen hieraus werden von den Autoren der chinesischen Studie kontrovers diskutiert:

  • Denkbar ist, dass Grün einen ganz allgemein beruhigenden Effekt hat. Da der Mensch bis vor 10.000 Jahren noch Nomade war, codierte eine grüne Umgebung über Jahrmillionen das beruhigende Signal von Nahrung. In Regionen ohne Grün konnte der Mensch damals nicht lange überleben. Dies entspricht der Biophilia-Hypothese.37
  • Grün verringert Geräusche. Ein erhöhter Strassen-Hintergrund-Geräuschpegel korreliert mit erhöhten Verhaltens- und Schlafproblemen.38 Lärm war in der kanadischen Kohortenstudie indes kein Risikofaktor.29
  • Grün dient als Filter für Luftschadstoffe und verringert somit Feinstaub und Stickoxide. Feinstaub wie Stickoxide werden als AD(H)S-Risikofaktoren diskutiert (siehe dort).
  • Untersuchungen darüber, ob Menschen in grünen Regionen mehr Sport treiben / sich mehr bewegen als Menschen in weniger grüner (städtischer) Umgebung, kommen zu keinen eindeutigen Ergebnissen.39
    Sport ist ein erheblicher Faktor zur Vermeidung / Verringerung von AD(H)S-Symptomen.
  • Eine schlechtere Immunregulierung kann nachteilige Auswirkungen auf Gehirnentwicklung und Verhalten zeigen. Ein Versagen der Immunregulierung korreliert mit einer verringerten Exposition gegenüber Makroorganismen und Mikroorganismen. Grün kann die die Immunregulierung induzierenden mikrobiellen Einträge aus der Umwelt anreichern.40

Eine sehr große dänische Kohortenstudie kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass weniger Grünpflanzen in der Wohnumgebung mit einem um bis zu 20% erhöhten AD(H)S-Risiko korrelieren.41

3.1.14. Aufwachsen in städtischer Umgebung

Kinder, die ab ihrem 3. Lebensjahr in ländlicher Umgebung aufwuchsen, hatten laut einer Kohortenstudie ein um ein Drittel verringertes Risiko von AD(H)S.42 Je geringer der Vegetationsanteil in der Umgebung, desto höher war das AD(H)S-Risiko.

Auf ähnliche Ergebnisse deutet eine weitere Studie hin.43

3.2. Belastende psychische Kindheitserfahrungen als (Mit-)Ursache von AD(H)S

Traumatisierende Erfahrungen, aber auch bereits erheblichen Stress auslösende Belastungserfahrungen unterhalb der Schwelle eines Traumas, sind Risikofaktoren für AD(H)S.
Erwiesen ist, dass massiver Stress der Mutter in den ersten Kindheitsjahren signifikante epigenetische Veränderungen an der DNA der Kinder verursacht.44

3.2.1. Mangelndes Bindungsverhalten der Mutter/Eltern in den (ersten) Kindheitsjahren

Eine fehlende sichere Bindung des Kindes zur Mutter hat wie soziale und emotionale Deprivation umfangreich negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit des Kindes auch in späteren Lebensjahren.45

Die Sicherheit der Bindung des Säuglings an die Mutter bzw. die zentrale Bezugsperson bestimmt den Spiegel des Stresshormons Cortisol im Gehirn der Babys.

Ein desorganisiertes Bindungsverhalten ist ein Risikoelement für AD(H)S.46 Bindungsstörungen von Kindern in den ersten Lebensjahren führen bei entsprechender genetischer Disposition zu einer Aktivierung des DRD4-Gens, das auch bei AD(H)S häufig involviert ist.47 Mangelnde Geduld der Eltern wurde als Risikofaktir für AD(H)S genannt,5 wobei Ungeduld ein AD(H)S-Symptom darstellung und daher auch Ausdruck für eine genetische Weitergabe sein kann.

Massiver Stress der Mutter in den ersten Kindheitsjahren verursacht signifikante epigenetische Veränderungen der DNA der Kinder.44

Bereits mangelhaftes Erziehungsverhalten ist ein psychosozialer Risikofaktor für AD(H)S.48

  • Inkonsequenz in der Erziehung
  • fehlende Regeln
  • Häufige Kritik und Bestrafungen
  • kaltes, distanziertes, liebloses Umgehen

Details

Wie viel Zeit Eltern mit ihren Kindern verbringen können, ist dabei nicht der ausschlaggebende Faktor. Viel wichtiger ist es, dass Kinder sich in jeder Situation und insbesondere auch bei eigenem Fehlverhalten absolut darauf verlassen können, dass sie angenommen, willkommen, geliebt sind. Das bedeutet nicht, dass Kinder alles tun dürfen, was sie wollen. Ein gutes, warmes Erziehungsverhalten ist in der Lage, unangemessenes Verhalten konsequent einzugrenzen, und zwar indem sie ein unerwünschtes Verhalten bewerten, ohne damit zugleich die Person des Kindes insgesamt abzuwerten (Dein Verhalten ist nicht ok, Du bist ok). Fehlende Regeln (und noch viel schlimmer: nur manchmal geltende Regeln) sind für Kinder kaum ertragbar, weil sie jede Sicherheit nehmen. Die Frage eines verpflichtenden “Elternführerscheins” ist Gegenstand rechtlicher und ethischer Diskussionen.48

Zahlen

10,5 Mio Haushalte in Deutschland haben Hunde.49(Stand 2014)
8,1 Millionen Familien in Deutschland haben minderjährige Kinder (Stand 2014).
Eine Googlesuche nach Elternkurs OR Elternkurse findet 169.000 Ergebnisse. (20.10.2015)
Eine Googlesuche nach Hundeschule findet 1.240.000 Ergebnisse. (20.10.2015)

Bei Borderline, das typischerweise durch intensiv Stress auslösende Bindungsstörungen zu den Beziehungspersonen in der jüngsten Kindheit (erste 2 Jahre) aufgrund körperlicher, sexueller oder psychischer Misshandlung entsteht, besteht eine erhebliche Komorbidität von AD(H)S.50

3.2.2. Psychische Probleme der Eltern

Psychische Probleme der Eltern erhöhen das AD(H)S-Risiko für die Kinder.51

  • Antisoziale Persönlichkeitsstörung des Vaters52
    Eine antisoziale Störung eines Elternteils ist ein gewaltiges (und meist auch gewaltsames) Risiko
  • Alkoholprobleme beim Vater53
  • Depressive Symptome54
  • bipolare Störung bei Elternteil verdoppelt AD(H)S-Risiko55
  • depression von Elternteil erhöht AD(H)S-Risiko um 2/355

Psychische Probleme der Eltern könnten als Umwelteinfluss und/oder als genetischer Einfluss wirken.

3.2.3. Stress der Mutter im Kindesalter

Stress der Mutter von 5 – 13-jährigen Jungen mit AD(H)S erhöhte 12 Monate später deren AD(H)S-Symptomatik tendenziell und verschlechterte die Lebensqualität der Kinder signifikant.56

3.2.4. Unvollständige Familien

Alleinerziehende Familien erhöhen das Risiko für AD(H)S.5352

Allein erziehende Eltern haben naturgemäß ein höheres Risiko, ihren Kindern nicht ausreichend liebevolle Zuwendung und Sicherheit geben zu können. Es gibt sehr wohl Alleinerziehende, die dies sehr gut können. Entscheidend ist nicht die Zeit, die (teil-/berufstätige) Eltern (weniger) mit ihren Kindern verbringen können, sondern ob die Kinder das konstante und sichere Gefühl haben, jederzeit angenommen und geliebt zu sein, so wie sie sind.

AD(H)S-Betroffene erleiden (auch im Erwachsenenalter) häufigere Trennungen in ihren Beziehungen als Nichtbetroffene.

3.2.5. Familiäre Instabilität, ständiger Streit zwischen den Eltern

Ein hoher Stresspegel in der Primärfamilie erhöht das AD(H)S-Risiko.5352

Familienkonflikte und AD(H)S

Chronische Familienkonflikte, einen verminderten familiären Zusammenhalt sowie eine Konfrontation mit elterlicher Psychopathologie (vor allem mütterlicherseits) findet man häufiger in Familien mit ADHS-Betroffenen im Vergleich zu Kontrollfamilien”.57
Das Risiko für Kinder, AD(H)S zu entwickeln (Odds Ratio) steigt mit dem Maß der psychosozialen Belastung (Rutter Indikator, RI). Bei einem RI von 1 liegt das Odds Ratio bei 7, bei einem RI von 4 liegt es bei 41,7 (68). Odds Ratios > 1 zeigen ein gesteigertes Risiko an.58

Verlaufsstudien finden auch während des Kindes- und Jugendalters keine vollständige Persistenz und bestätigen ein häufiges Zusammenfallen mit familiären Problemen und Elternproblemen.59 Umgekehrt hat ein hoher Familienzusammenhalt und soziale Unterstützung eine schützenden Effekt vor AD(H)S.60

3.2.6. Junge Eltern

Kinder, deren Mutter kein AD(H)S hat, haben ein um 14 % erhöhtes AD(H)S-Risiko, wenn ein Elternteil jünger als 20 Jahre ist.
Kinder, deren Mutter AD(H)S hat, haben ein um 92% erhöhtes AD(H)S-Risiko, wenn ein Elternteil jünger als 20 Jahre ist.61 Eine weitere Studie berichtet ebenfalls, dass jüngere Väter häufiger Kinder mit AD(H)S haben als ältere Väter.62

In einer größeren Studie berichteten knapp 2 von 3 jungen Müttern mindestens ein psychisches Gesundheitsproblem. Fast 40% hatten mehr als eines. Bei jungen Müttern war die Wahrscheinlichkeit, an einer Angststörung (generalisierte Angststörung, Trennungsangststörung, Sozialphobie und spezifische Phobie), einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, einer oppositionellen Trotzstörung oder einer Verhaltensstörung zu leiden, zwei- bis viermal so hoch wie bei älteren Vergleichsmüttern oder Frauen im Alter von 15-17 Jahren und es war zwei- bis viermal so wahrscheinlich, dass sie mehr als ein psychiatrisches Problem hatten.63

3.2.7. Niedriger sozioökonomischer Status der Herkunftsfamilie

Kinder aus Familien aus “unteren Schichten” haben eine erhöhte Korrelation zu AD(H)S645254 und erhalten häufiger ADH)S-Medikamente.65
Kinder aus unteren Schichten haben ein in etwa doppelt so hohes Risiko von AD(H)S wie Kinder aus höheren Schichten (bei einem 3-Schichten-Modell).66

Ebenso erhöhen beengten Wohnverhältnisse das AD(H)S-Risiko der Kinder.52 Eine schlechte finanzielle Ausstattung der Familie korrelierte mit einem um das 2,12-fache erhöhten AD(H)S-Risiko im Kindergartenalter in den USA.67

Details

Die Gesamtprävalenz von AD(H)S bei Kindern und Jugendlichen wurde in der Bella-Studie von 200768 mit 2,2% festgestellt (was wir für zu niedrig erachten). Eine Bella-Teilstudie mit n= 2500 Probanden zwischen 7 und 17 Jahren69 benennt die Prävalenz in der Elternbeurteilung mit rund 5 %. Beide Darstellungen bestätigen ein starkes Auseinanderfallen der Prävalenz nach sozialen Schichten. Nach der Bella-Studie 2007 ist die mittlere Schicht mit der Durchschnittsprävalenz belastet, während die untere soziale Schicht mit 3,9 % eine viermal so hohe Prävalenz hat wie die obere Schicht.70 Die Bella-Teilstudie berichtet in der unteren sozialen Schicht (mit 7,2 %) eine ca. 2,3 Mal so hohe Prävalenz von AD(H)S als in der oberen Schicht mit 2,8 % (bei 3 Schichten).69
Ein niedriges Einkommen der Eltern korrelierte in einer Kohortenstudie in Dänemark mit einem um 2,3 % erhöhten AD(H)S-Risiko der Kinder.71 Bei Kindern von Eltern, die arbeitslos waren und ein niedriges Einkommen und einen niedrigen Bildungsstand hatten, fand sich ein um 4,9 % erhöhtes AD(H)S-Risiko. Dass dieses Muster nicht auf AD(H)S beschränkt ist, sondern sich identisch bei anderen psychischen Störungen, z.B. Ängsten, Depressionen oder Störungen des Sozialverhaltens findet, wird von uns als starker Hinweis für eine Bestätigung der These der Stresseinwirkung als Entstehungsursache psychischer Störungen betrachtet. Auch diese anderen psychischen Störungen beruhen, wie AD(H)S, auf einer multigenetischen Disposition (siehe 2.1.3. und 2.1.4.), die durch Stressbelastung in der frühen Kindheit epigenetisch manifestiert werden.727374

Genkandidaten und frühkindlicher Stress als Ursache anderer psychischer Störungen

Interessanterweise hatten in einer Studie Familien mit einem hohen sozioökonomischen Status keine Vorteile von einer Verhaltenstherapie, die zusätzlich zu einer medikamentösen Behandlung erfolgte. Lediglich Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status profitierten von einer Kombinationstherapie aus Medikamentenbehandlung und Verhaltenstherapie mehr als von alleiniger medikamentöser Behandlung.75

Wir vermuten, dass weniger der sozioökonomische Status oder die Größe der Wohnung selbst relevante Faktoren sind, sondern dass diese Umstände leider häufig mit unangemessenen Erziehungsmethoden und eigenen Problemen der Eltern korrelieren (wobei letztere einerseits den sozioökonomischen Status der Eltern beeinflussen und andererseits vererblich sein können).

Eltern von AD(H)S-Kindern zeigten erhöhte Werte von kognitiven Schwächen (IQ, Leseaufgaben, verbale Sprachkompetenz), die höchsten Stresswerte aller verglichenen Elterngruppen, die meisten ADHS-Symptome sowie eine schlechte Leseleistung.76

Daneben gibt es Hinweise, dass (in Bezug auf AD(H)S-betroffene Kinder) umfeldzentrierte Psychotherapien (Interventionen in der Familie, bei den Eltern, im Kindergarten oder in der Schule) wirksamer sind als patientenzentrierte Verhaltenstherapien. Teilweise wurde patientenzentrierten Verhaltenstherapien eine Wirksamkeit abgesprochen.77 Dies dürfte sich insbesondere bei kleineren Kindern (bis 6 oder 8 Jahre) bewahrheiten.
Dies könnte darauf hindeuten, dass bei Kindern externe Faktoren eine erhebliche Ursache für AD(H)S darstellen.

Auch unter College-Studenten scheint eine schlechtere finanzielle Ausstattung mit erhöhter AD(H)S-Symptomatik zu korrelieren.78 Es bestand kein Zusammenhang mit einer (selbstverursachten) Verschuldung der Studenten.

Ein genetisch vorhergesagter, um eine SD niedrigerer sozioökonomischer Status sagte kausal ein 5,3-faches AD(H)S-Risiko voraus, während andersherum AD(H)S den sozioökonomischen Status nur sehr gering kausal verursachte. Ein genetisch vorhergesagter, um eine SD höheres Familieneinkommen sagte kausal ein um 65% niedrigeres AD(H)S-Risiko voraus. Auch hier war der ungekehrte Einfluss gering.79

3.2.8. Niedriger Bildungsstand der Eltern

Eine niedrige Ausbildung der Eltern erhöht das AD(H)S Risiko der Kinder.53
Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsstand hatten höhere AD(H)S-Symptome und ein nahezu verdoppeltes Risiko für starke AD(H)S-Symptome. Der Zusammenhang war unabhängig von genetischen und familiären Umweltfaktoren. Die Übertragung dieses Modells auf Depression war schwächer und konnte vollständig durch gemeinsame genetische Faktoren erklärt werden.80
Ein niedrigeres Bildungsniveau der Mutter soll mit einem erhöhten Bildschirmkonsum der Kinder korrelieren, was wiederum mit Verhaltensproblemen korreliert.81
Ein niedriger Bildungsstand der Eltern korrelierte in einer Kohortenstudie in Dänemark mit einem um 3,5 % erhöhten AD(H)S-Risiko der Kinder.71 Bei Kindern von Eltern, die arbeitslos waren und ein niedriges Einkommen und einen niedrigen Bildungsstand hatten, fand sich ein um 4,9 % erhöhtes AD(H)S-Risiko.

Ein genetisch vorhergesagter, um eine SD höherer Bildungsstand sagte kausal ein um 70% niedrigeres AD(H)S-Risiko voraus.79

3.2.9. Arbeitslosigkeit der Eltern

Arbeitslosigkeit der Eltern korrelierte in einer Kohortenstudie in Dänemark mit einem um 2,1 % erhöhten AD(H)S-Risiko der Kinder.71 Bei Kindern von Eltern, die arbeitslos waren und ein niedriges Einkommen und einen niedrigen Bildungsstand hatten, fand sich ein um 4,9 % erhöhtes AD(H)S-Risiko.

3.2.10. Geringeres Reflektionsvermögen der Eltern über ihre Elternfunktion

Geringeres Reflektionsvermögen der Eltern über ihre Elternfunktion (Parental Reflective Functioning) korrelierte mit AD(H)S der Kinder.54 Parental Reflective Functioning wir dabei definiert als die Fähigkeit der Eltern, über ihre eigenen und die inneren geistigen Erfahrungen ihres Kindes nachzudenken.

3.2.10. Aufwachsen im Heim

Bei Kindern, die vorgeburtlich multiplem Drogenkonsum der Mutter ausgesetzt waren und die danach in Heimen aufwuchsen, fand sich im Alter von 17 bis 22 Jahren das 3-fache Risiko von AD(H)S.82

3.2.11. Aufwachsen in Adoption

Eine Studie an chinesischen adoptiereten MÖdchen fand eine AD(H)S-Qupte von 16, 7%, was rund dem dreifachen der üblichen Prävalenz entspricht.83 Ob dies Folge der Adoption oder Folge der Probleme der leiblichen Eltern ist, die dann auch Ursache der Adoption waren, ist offen. Es spricht einiges für eine Einfluss letzteren Faktors.

3.2.12. Aufwachsen in dysfunktionaler Nachbarschaft

Kinder, die in einer dysfunktionalen Nachbarschaft / dysfunktionalen städtischen Umgebung aufwachsen, haben ein erhöhtes Risiko für AD(H)S. Interessanterweise scheint dies bei schwarzen Kindern weniger der Fall zu sein.84

Höhere Armut in der Nachbarschaft korrelierte in der bivariaten Analyse mit höherem durch die Eltern berichteten AD(H)S und einem geringeren durch die Eltern berichteten Medikamentenverbrauch. Armut korrelierte in der multivariaten Analyse nicht mehr mit AD(H)S, aber der Medikamentenkonsum korrelierte immer noch negativ mit AD(H)S.85

3.2.13. Relativ frühere Einschulung / ältere Klassenkameraden

Die jüngsten eingeschulten Kinder einer Klasse haben gegenüber den ältesten eingeschulten Kindern einer Klasse ein um 30 % erhöhtes AD(H)S Risiko. Eine Untersuchung an über 400.000 Kindern in den USA zeigte, dass in den Bundesstaaten, in denen ein fixes Alter am 1. September über die Einschulung entscheidet, von den Kindern, die im August geboren waren, die also unmittelbar vor dem Stichtag das Schulalter erreichten, 0,85% eine AD(H)S-Diagnose hatten und 0,52 % eine AD(H)S-Medikation erhielten, während von den Kindern, die im September geboren waren, die also im Schnitt 11 Monate älter waren, nur 0,63 % eine AD(H)S Diagnose hatten und 0,4 % eine AD(H)S-Medikation erhielten. In den Bundesstaaten, in denen die Einschulung nicht fix nach Alter zu einem Stichtag erfolgte, hatten die im August geborenen immer noch eine leicht erhöhte AD(H)S-Quote gegenüber den 11 Monate älteren, die Differenz lag jedoch nicht mehr bei 0,21%-Punkten, sondern bei 0,08%-Punkten.86
Gleichlautend fand eine Metaanalyse von drei brasilianischen Kohortenstudien mit 8 Millionen Teilnehmern und 164.000 AD(H)S-Betroffenen, dass diejenigen Kinder einer Klasse, die zu den 4 Monaten der jüngsten gehörten, ein um 34 % erhöhtes AD(H)S-Risiko hatten.87 Zu vergleichbaren Ergebnissen kam eine weitere Studie an 1 042 106 englischen Kindern zwischen 4 und 15 Jahren.88 Das Risiko für Depression und intellektuelle Beeinträchtigung stieg parallel zu dem von AD(H)S.
Ein weitere Studie mit n = 8.092 dänischen Kindern fand, dass eine Verzögerung des (Vor-)Schuleintritts um ein Jahr Unaufmerksamkeit/Hyperaktivität im Folgejahr dramatisch reduzierte (Effektgröße = -0,73). Der Effekt fand sich vorrangig bei Mädchen und hielt bis ins Alter von 11 Jahren an.89
Eine weitere Studie an n = 418,396 dänischen Kindern stellte fest, dass das Alter der Kinder innerhalb einer Schuljahrgangsstufe keinen Einfluss auf eine (häufigere / seltenere) AD(H)S-Medikation hatte. Die Autoren führten dies u.a. auf die niedrige AD(H)S-Prävalenz, klare Diagnosekriterien und hohe Anforderungen zur Verschreibung von AD(H)S-Medikamenten in Dänemark zurück und verwiesen auf Studien in Ländern mit hoher AD(H)S-Prävalenz, in denen Unterschiede festgestellt wurden.90

Die Untersuchungsergebnisse decken sich teilweise damit, dass laut einer Studie in Kanada erfolgreiche Eishockeyspieler überdurchschnittlich häufig zu den älteren Kindern einer Klasse gehörten. Gleiches zeigte sich unter Belgiens Fussballspielern, bei denen das Geburtsdatum der besonders erfolgreichen Spieler lange Zeit vorrangig im August und im September lag, weil der Stichtag für die Altersbestimmung zur Spielerauswahl eines Jahrgangs der 1. August war. Nachdem dieser Stichtag auf den 1. Januar verschoben wurde, hatten die erfolgreichsten Spieler am häufigsten im Januar und Februar Geburtstag. Eine weitere Untersuchung bestätigte diesen “Effekt des relativen Alters” europaweit.91
Der Effekt dürfte zum einen auf den Auswahlkriterien beruhen. Dies könnte jedoch lediglich die Unterschiede bei Sportlern erklären, die durch unterschiedliche Förderung entstehen können. Die Parallele zu AD(H)S deutet jedoch darauf hin, dass zugleich eine Auswirkung des Entwicklungshebels der Chancen-/Risiko-Gene vorliegen könnte.

Wie sich diese Unterschiede in Bezug auf AD(H)S erklären ist unklar.

Eine Hypothese hierzu lautet, dass jüngere Kinder aufgrund ihres naturgemäß unreiferen Verhaltens durch die beurteilenden Lehrer überdurchschnittlich pathologisiert würden.92

Eine andere Hypothese deutet Verhaltensauffälligkeiten weniger als soziale Folge des relativ jungen Alters innerhalb einer Klasse denn als absolute Folge eines frühen Schuleintritts allgemein. In dieser Studie wurde allerdings kein Unterschied bei AD(H)S festgestellt.93 Unserer Ansicht nach liegt zudem nahe, dass jüngere Kinder häufiger zu früh eingeschult werden als ältere. Offen ist, wie groß dieser Einfluss auf AD(H)S ist.

Unsere Hypothese dazu ist, dass es zudem eine psychische Belastung darstellen könnte, zu den Jüngsten (und damit zu den Schwächsten) einer Klasse zu gehören. Dass ein niedriger sozialer Rang ein erheblicher Stressor ist, ist bekannt. Untersuchungen, ob oder wie sehr dies AD(H)S-Diagnosen bei Schulkindern beeinflusst, sind uns bislang nicht bekannt.

3.2.14. Frühe massive Stresserfahrungen

Frühkindlicher Stress und chronischer Stress können an der Entwicklung von AD(H)S beteiligt sein.94 20 % bis 50 % aller Kinder, die ein frühkindliches Trauma erleben, entwickeln klinische AD(H)S-Symptome.949596

Siehe hierzu ausführlich unter Trauma als Ursache von AD(H)S

3.2.15. Stresserfahrungen in Kindheit und früher Jugend bewirken persistierendes AD(H)S im Erwachsenenalter

Eine Untersuchung der Stressbelastung von Kindern mit AD(H)S fand, dass starke Stressbelastung in der Kindheit und Jugend mit schwerem ADHS-bzw. ADS-Verlauf bis ins Erwachsenenalter einherging, während Kinder mit einer schwachen Stressbelastung in Kindheit und Jugend häufig ein remittierendes AD(H)S (ADHS wie ADS) zeigten.97

3.2.16. Früher Fernsehkonsum

Früher Fernsehkonsum im Alter von 1 und 3 Jahren korreliert mit Aufmerksamkeitsproblemen im Alter von 7 Jahren.98

Es ist zu hinterfragen, ob hoher Fernsehkonsum von Kindern in frühem Alter eine kausale Ursache für Aufmerksamkeitsproblemen ist oder ob Eltern mit mangelhafter Fähigkeit zur Zuwendung aufgrund eigener psychischer Probleme Kinder gehäuft sich selbst überlassen und vor dem Fernseher parken. In letzterem Fall könnte Fernsehkonsum auch lediglich eine Korrelation und nicht zwingend eine kausale Ursache für AD(H)S sein. Denn es gibt – wie nachfolgend noch beschrieben wird – unzählige Studien, die belegen, dass ein zugewandter, warmer und sicherer Bindungsstil AD(H)S selbst bei bestehender genetischer Disposition vermeiden kann.
Während es also gesichert ist, dass eine intensive Zuwendung der Eltern ein guter Schutz vor AD(H)S ist, sind diesseits keine Studien bekannt, dass Fernsehentzug AD(H)S vermeidet.
Dass intensiver Fernsehkonsum als Ersatz für persönliche Zuwendung mit einem Mangel an persönlicher Zuwendung korreliert, ist aus diesseitiger Sicht die schlüssigere Verknüpfung. Dass Konsum von Fernsehen und Internet mit altersungeeigneten Inhalten weitere Schäden verursachen kann, dürfte ebenfalls gesichert sein.

3.2.17. Medienkonsummenge verursacht kein AD(H)S, Medienkonsumsucht korreliert mit AD(H)S

Die Menge der Nutzung von sozialen Medien hat keinen Einfluss auf AD(H)S. Erst eine Medienkonsumsucht geht mit erhöhten AD(H)S-Werten einher.99 Dennoch scheint erhöhter Bildschirmkonsum bei Kindern die Aufmerksamkeit beeinträchtigen zu können.100

Ebenso wurde berichtet, das ein Bildschirmkonsum von mehr als 4 Stunden bei Kindern unter 6 Jahren einen “virtuellen Autismus” hervorrufen könne. Dieser bilde sich jedoch nach Verringerung des Bildschirmkonsums wieder zurück.101


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Diese Seite wurde am 16.04.2022 zuletzt aktualisiert.