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Bupropion bei AD(H)S

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Bupropion bei AD(H)S

Handelsnamen: Elontril, Wellbutrin, Zyban
Wirkstoffname vor 2000: Amfebutamon

Der Wirkstoff Bupropion ist ein Amphetamin-Derivat.1
Es wird klassisch nicht als Stimulanz eingeordnet, obwohl es – wie Nikotin und Koffein – anregend wirkt.
Bupropion benötigt kein Betäubungsmitterezept.

Bupropion agiert als Dopamin- und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer mit einer Wirkverteilung von Dopamin : Noradrenalin 2:1.2

Daneben wirkt Bupropion auch schwach Dopamin und Noradrenalin ausschüttend3 sowie in geringem Maße serotonerg.

Bupropion soll laut dreier Studien vergleichbare Effektstärke in Bezug auf AD(H)S haben wie Methylphenidat, eine weitere Studie fand eine schwächere Wirkung als Methslphenidat.4

Bupropion verringert den TNF-alpha-Spiegel.5

Bupropion wirkt (noch) stärker aktivierend / antriebssteigernd als Nortryptilin und ist damit bei schwererer Symptomatik von ADS (ohne Hyperaktivität) angezeigt. Die Gabe von Bupropion bei ADHS-Betroffenen (mit Hyperaktivität) kann Aggressionen oder Hibbeligkeit auslösen.

Bupropion kann im Einzelfall eine hilfreiche Ergänzung neben der Medikation mit Stimulanzien darstellen.
Beim kombinationsmedikativen Einsatz gegen AD(H)S ist eine sehr viel niedrigere Dosierung erforderlich als es bei einem Einsatz als Antidepressivum üblich wäre.

Gute Ergebnisse bei der alleinigen Verwendung bei AD(H)S wurden in der Praxis erst bei recht hohen Dosen von 400 bis 450 mg / Tag gefunden, weshalb der aktualisierte europäische Konsensus zur Diagnose und Behandlung von AD(H)S bei Erwachsenen empfiehlt, Bupropion nur dann zu verwenden, wenn weder MPH noch Amphetaminmedikamente Wirkung zeigen (doppeltes Nonresponding).6

Bei AD(H)S mit komorbider Depression kann Bupropion möglicherweise hilfreich sein.

Diese Seite wurde am 12.01.2022 zuletzt aktualisiert.