Liebe Leserinnen und Leser von ADxS.org, bitte verzeihen Sie die Störung.

ADxS.org benötigt in 2022 rund 12.500 €. In 2021 erhielten wir Zuwendungen Dritter von 5.043,56 €. Leider spenden 99,7 % unserer Leser nicht. Wenn alle, die diese Bitte lesen, einen kleinen Beitrag leisten, wäre unsere Spendenkampagne für das Jahr 2022 nach einigen Tagen vorbei. Dieser Spendenaufruf wird 3.000 Mal in der Woche angezeigt, jedoch nur 10 Menschen spenden. Wenn Sie ADxS.org nützlich finden, nehmen Sie sich bitte eine Minute Zeit und unterstützen Sie ADxS.org mit Ihrer Spende. Vielen Dank!

Seit dem 01.06.2021 wird ADxS.org durch den gemeinnützigen ADxS e.V. getragen. Spenden an den ADxS e.V. sind steuerlich absetzbar (bis 100 € genügt der Überweisungsträger als Spendenquittung).

100€ von 12.500€ - Stand 08.01.2022
0%
Header Image
Oxytocin

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ausklappen
Inhaltsverzeichnis einklappen
Das Projekt ADxS.org
Symptome
Folgen
Neurologische Aspekte
CRH
Behandlung und Therapie
Änderungshistorie
Suche

Oxytocin

Oxytocin ist ein Neuropeptid aus der Gruppe der Proteohormone. Als Neurohormon, Neurotransmitter oder Neuromodulator ist es an einer Vielzahl von zentralen und peripheren Effekten, komplexen emotionalen und sozialen menschlichen Verhaltensweisen, Gedächtnis- und Lernprozessen beteiligt.1

1. Bildung von Oxytocin

Oxytocin wird im Hypothalamus produziert (dort hauptsächlich im Nucleus paraventricularis und gering im Nucleus supraopticus) und in der Hypophyse bis zur Freisetzung eingelagert.

Vermutlich sind für Oxytocin im Gehirn und Oxytocin im Körper unterschiedliche Zellen des Hypothalamus verantwortlich, wobei diese beiden Oxytocinspiegel allem Anschein nach symmetrisch an- und absteigen, so dass der Verlauf des Blutoxytocinspiegels zugleich den des Gehirns repräsentiert.2

Eisenmangel kann Oxytocin im Gehirn verringern.3

2. Ausschüttung von Oxytocin

2.1. Neurophysiologischer Mechanismus

Die Oxytocinproduktion wird im Rahmen der Stressreaktion als eine Folge der Aktivierung des Hypothalamus angestossen.

Durch Noradrenalin- und andere Botenstoffe wird der Hypothalamus als erste Stufe der HPA-Achse aktiviert, der dann

  • im Nucleus paraventricularis und (geringer) im Nucleus supraopticus (im Hypothalamus) Oxytocin und Vasopressin produziert
    • Oxytocin und Vasopressin (das Oxytocin sehr ähnlich ist) werden durch Nervenaxone (schnell) an die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) vermittelt und dort im Hypophysen-Hinterlappen zunächst gespeichert und von dort bei Bedarf ins Blut freigesetzt
  • CRH- und POMC ausschüttet, was die Hypophyse aktiviert.

Die Hypophyse

  • schüttet das Oxytocin- und Vasopressin aus, die
    • das vegetative Nervensystem aktivieren
  • schüttet ACTH aus
    • das die Nebenniere aktiviert (3. Stufe der HPA-Achse)

Cortisol scheint ebenfalls eine Oxytocinausschüttung auszulösen.4 Da Cortisol an sich eine hemmende Wirkung auf den Hypothalamus hat, müsste diese Oxytocin-anregende Wirkung über andere Wege vermittelt werden.

Östrogen ist ein Oxytocinantagonist. Damit verstärkt Östrogen mittelbar die tend-and-befrind-Stressreaktion, was erklären könnte, warum diese bei Frauen sehr viel häufiger auftritt.5

2.2. Basaler Oxytocinspiegel

Ein hoher basaler Oxytocinspiegel korreliert mit

  • Angst in romantischen Bindungen2
  • Sozialphobie6
  • Unzufriedenheit mit sozialen Bindungen6
  • Aggression bei Müttern (Oxytocin in PVN und Amygdala)7
  • Angstverringerung bei Männern (Oxytocin in PVN und Amygdala)7

Ein niedriger basaler Oxytocinspiegel korreliert mit

  • niedrig funktionalem Autismus.8 Die Stressantwort von Cortisol, Noradrenalin, Adrenalin, Oxytocin und Vasopressin war unverändert.

2.3. Oxytocinstressantwort

Akuter Stress löst eine erhöhte Ausschüttung von Oxytocin aus. Innerhalb von 1 bis 15 Minuten nach einem akuten Stressor erhöht sich der Oxytocinspiegel bei Gesunden um das 2,5-fache.

Auf akuten Stress steigt der Oxytocinspiegel bei Jugendlichen sehr schnell innerhalb von 1 Minute auf einen Maximalwert an und fällt nach 10 Minuten bereits wieder ab. Der Oxytocin-Anstieg korreliert mit dem Cortisol-Anstieg und der Cortisol-Wiederherstellung. Eine hohe Oxytocinstressantwort korreliert mit hoher erlebter Angst und Unsicherheit, während ein hoher basaler Oxytocinspiegel mit niedriger erlebter Angst und Unsicherheit korreliert.9

Bei Männern wie Frauen erhöhte

  • 10 Minuten rennen (Laufsport)
  • sexuelle Selbststimulation
  • Stressbelastung (TSST)

innerhalb von 10 bis 15 Minuten den Oxytocinspiegel im Speichel auf das 2.5-fache.10
Sexuelle Selbstbefriedigung erhöht bei Männern und Frauen den Oxytocinspiegel, der beim Orgasmus am höchsten ist.11

Eine nicht unerhebliche Anzahl von Studien fand dagegen keine Oxytocinstressantwort auf den TSST.

  • Bei Frauen nach der Menopause zeigte sich nahezu keine erhöhte Oxytocinstressantwort mehr.12 Hormontherapie korrelierte in einer Untersuchung mit einer höheren Oxytocinstressantwort. Oxytocin zeigte hier ebenso keinen Einfluss auf die Stressreaktivität oder Erholung nach einem Stressor.
  • Auch bei jungen Müttern zeigte sich weder eine erhöhte Oxytocin- noch eine erhöhte Allopregnanolonantwort auf einen akuten Stressor.13
  • Bei depressiven Frauen wurde 10 Minuten nach dem TSST kein erhöhter Oxytocinspiegel im Blut gefunden.14
    Möglicherweise lag die Messung nach 10 Minuten bereits ausserhalb des Peakzeitraums.
  • Bei jungen Müttern wurde keine Veränderung des Oxytocin- und Vasopressinblutspiegels als Stressreaktion festgestellt.15 Die Blutabnahme erfolgte 1 Minute nach Ende des Stressors erfolgte, also zum zu erwartenden Maximum.

2.3.1. Oxytocinstressantwort unterscheidet sich nach Bindungsstilen

Eine Untersuchung fand bei Kindern mit AD(H)S einen gegenüber Nichtbetroffenen unveränderten basalen Oxytocinspiegel. Während nach Interaktion mit einem Elternteil bei Nichtbetroffenen Oxytocin anstieg, sank Oxytocin bei unbehandelten AD(H)S-Betroffenen ab. Methylphenidat bewirkte bei den AD(H)S-Betroffenen, dass der Oxytocinanstieg nach Eltern-Interaktion dem der Nichtbetroffenen entsprach.16

Menschen mit frühen Traumata zeigen je nach Bindungsmuster möglicherweise spezifische Stressantworten von Cortisol, ACTH und Oxytocin.17

Vor dem Hintergrund unserer Rechercheergebnisse, dass sich die Cortisolantworten je nach Persönlichkeitstyp unterscheiden können, und vor der Erkenntnis, dass ein starkes Über- oder Unterangebot von Neurotransmittern und Hormonen eine Down- bzw. Upregulierung von Rezeptorsystemen bewirken kann, ist fraglich, ob die dargestellten bindungsmusterspezifischen Stressantworten so detailliert, eindeutig und stabil zugeordnet werden können.

Eltern geben häufig ihre eigenen Bindungsmuster an ihre Kinder weiter. Mütter zu 75%, Väter zu 65%.18
Wissen über die Bedeutung von Bindungsverhalten könnte die Quote der weitergegebenen unsicheren Bindungen deutlich verringern. Hierzu werden spezielle Kurse angeboten.19

Es werden 4 Bindungsstile bei Menschen unterschieden.
Bindungsstile

2.3.2. “Messung” des Oxytocinsystems durch Fragebogen zur Bindung

Cloninger20 schlug vor, dass die reward dependency scale (Belohnungsabhängigkeitsskala) des Temperament- und Charakterinventars (TCI) die oxytocinerge Funktion widerspiegelt.
Diese Skala korreliert positiv mit von Probanden selbst berichteter sicherer Bindung und emotional warmer Haltung der Eltern und korreliert negativ mit abweisender / vermeidender Bindung und einer Ablehnung durch die Eltern.2122
Die reward dependency scale verfügt über drei Subskalen: Sentimentalität, Abhängigkeit und Bindung (Attachment). Die Subskala Bindung (Attachment) scheint dabei am besten das Verhalten zu erfassen, das mit der Oxytocin-Funktion korreliert. Sie misst die Tendenz, Gefühle auszudrücken und diese mit Freunden zu teilen.17 Dies korreliert mit sicherer Bindung.

2.3.3. Weitere Faktoren zur Oxytocinantwort

Stillende Frauen mit postnataler Depression zeigten

  • geringere Oxytocinspiegel und höhere Cortisolspiegel während des Stillens
  • höhere Oxytocinspiegel und höhere Cortisolspiegel auf einen Stressor (TSST)

als stillende Frauen ohne Wochenbettdepression.23

Oxytocin-Antworten auf unkontrollierbaren Lärmstress zeigten Frauen nur bei zugleich hohem Neurotizitätswert.24

Bei Frauen mit frühkindlichem sexuellem Missbrauch wurde ein signifikant niedrigerer Oxytocinspiegel festgestellt, korrelierend mit der Schwere des Missbrauchs.25

3. Abbau von Oxytocin

Oxytocin hat eine Bluthalbwertszeit von ca. 6,5 bis 7 Minuten.26

4. Oxytocin und Dopamin

Oxytocin aktiviert dopaminerge Belohnungspfade als Reaktion auf soziale Signale und induziert dadurch die lohnende Qualität sozialer Interaktionen, was u.a. bei AD(H)S, ASS, Schizophrenie und Sucht relevant ist.27

Ein Review postuliert, dass Dopamin insbesondere die Anreizbelohnung, (endogene) Opioide insbesondere die konsumatorische Belohnung regulieren, während Oxytocin die Ausrichtung der Belohnungssysteme auf soziale Interessen moderiert. Weiter wird angenommen, dass frühkindliche positive Erfahrungen die Anreiz- und konsumatorische Belohnungsempfindlichkeit durch die frühe Aktivierung bestimmter neuronaler Pfade steigern.28

Oxytocin ist an homöostatischen, neuroadaptiven Prozessen beteiligt, die mit Stressreaktionen und Substanzkonsum über Interaktionen mit der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA) und dem mesolimbischen Belohnungs-Stress-System von Dopamin verbunden sind.1

Die Oxytocin und Dopamin erleichtern synergistisch die Aktivität des Striatums.2930 Die Aktivität von Dopamin-Neuronen im ventralen Tegmentum und der Substantia nigra wird durch axonale Freisetzung von Oxytocin fein reguliert.29

Ratten, die Oxytocin erhielten, verbrachten mehr Zeit an einem zuvor konditionierten präferierten Ort. Bekamen die Ratten vor dem Oxytocin den D2 DA-Rezeptor-Antagonisten Sulpirid, blockierte dies den belohnenden Oxytocineffekt. Der D2-Antagonist alleine beeinflusste nicht die Zeit, die die Ratten am bevorzugten Ort verbrachten.31
Oxytocin wirkte bei den Ratten zudem anxiolytisch. Eine vorherige Behandlung mit dem D2-Rezeptor-Antagonisten Sulpirid blockierte auch die anxiolytische Wirkungen von Oxytocin.31

Elterliche Unterstützung bewirkt erhöhte Oxytocinspiegel bei den Kindern32, was ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit vermittelt, was als sichere Bindung oder als Zustand des Vertrauens beschrieben wird.33

Umgekehrt bewirkt eine Depression der Mutter in den ersten Lebensjahren des Kindes verringerte Oxytocinspiegel beim Kind, Mutter und Vater.32343536
Eine Oxytocingabe verbesserte zwar nicht das Parenting-Verhalten depressiver Mutter gegenüber den Kindern, allerdings das beschützende Verhalten vor aggressiven Dritten.32

Oxytocin wiederum aktiviert das Belohnungssystem und erhöht die Dopaminausschüttung. Dopamin motiviert das zukünftige Bindungsverhalten37 und spielt (als neurotropher Faktor) eine Rolle im Konditionierungsprozess selbst.38

Intrazerebroventriculär gegebenes Oxytocin hemmte bei Ratten das adipositasrelevante konditionierte Appetitverhalten, möglicherweise durch eine Verringerung der phasischen Dopaminantwort im ventralen Tegmentum auf Nahrungsanreiz.39

Nach einer anderen Studie bewirkte eine lokale Verabreichung von Oxytocin im mPFC erhöhte Dopaminspiegel im mPFC im Maß der Oxytocinrezeptoraktivierung, insbesondere mittels des D1-Rezeptors. Dies aktivierte mittelbar den D1/PKA/DAPRR32-Signalweg und bewirkte antidepressive Effekte.40

Die Bildung von Qxytocin soll weiterhin durch Dopamin angeregt werden.41

HPC-1/Syntaxin1A (STX1A) -KO Mäuse

HPC-1/Syntaxin1A (STX1A) ist ein neuronaler löslicher N-Ethylmaleimid-sensitiver Fusionsbindungs-Proteinrezeptor, der die Freisetzung bestimmter Neurotransmitter im Gehirn reguliert. STX1A ist mit ASS und AD(H)S42 assoziiert. Mäuse ohne STX1A-Rezeptor (STX1A KO – Mäuse) haben verringerte Oxytocin- und Dopaminspiegel und zeigen neuropsychologische Anomalien, wie z.B. Angstgedächtnisdefizite, erhöhte Impulsivität, ungewöhnliches Sozialverhalten und eine erhöhte Ängstlichkeit bei mildem chronischem Stress. Eine Oxytocingabe behob diese Anomalien.41
Die Impulsivitätsprobleme liessen sich durch SSRI, nicht aber durch Dopamin- oder Noradrenalinwiederaufnahmehemmer beheben.43
STX1A KO – Mäuse zeigen zudem Defekte der HPA-Achse mit verringerten basalen Corticosteron- und ACTH-Spiegeln und einer verringerten CRH-, ACTH- und Corticosteron-Stressantwort. Der Anstieg von Serotonin im Hypothalamus durch das SSRI Fluoxetin sowie durch Stress war verringert.44

5. Oxytocinrezeptor

Bislang ist nur eine Isoform von Oxytocinrezeptoren bekannt.45

Die unsererseits bislang näher betrachteten Hormone und Neurotransmitter, die stressabhängig in signifikant unterschiedlichen verschiedenen Spiegeln ausgeschüttet werden (Cortisol, Noradrenalin), verfügen dagegen über ein Rezeptorsystem unterschiedlich affiner Rezeptoren, bei dem die niedrigaffinen Rezeptoren nur bei sehr hohen Pegeln angesprochen werden und dann spezifische eigene Aufgaben verfolgen (Cortisol: Abschaltung der HPA-Achse; Noradrenalin: Abschaltung des PFC).
Beim zu Oxytocin sehr eng verwandten Vasopressin wurden bereits drei Rezeptoren (1a, 1b und 2) gefunden.45
Oxytocinrezeptoren scheinen dagegen zwischen einem niedrigaffinen und einem hochaffinen Status hin- und herzuwechseln.45 Dies wird wie beim Cholecystokinin-Rezeptor durch Cholesterin beeinflusst, wenn auch auf andere Art und Weise.46

Für hochaffine Oxytocinbindung benötigt der Oxytocinrezeptor mindestens zwei Elemente:

  • zweiwertige Kationen wie Mn21 oder Mg21 und
  • Cholesterin

Cholesterin wirkt somit agonistisch als Oxytocinrezeptor-Modulator, der möglicherweise den Wechsel zwischen niedrig. und hochaffinem Status moderiert.46 Daher wird vermutet, dass sich hochaffine Oxytocinrezeptoren vornehmlich in cholesterinreicher Umgebung finden lassen dürften, z.B. in der Zellmembran.
Cholesterin wird ebenfalls bei Stress vermehrt ausgeschüttet und erhöht im Körper den Blutdruck mit dem Ziel, die Zellen mit mehr Energie für den Fall eines Kampfs oder einer Flucht zu versorgen.
Je nach genetischer Mutation der Oxytocinrezeptor-Gene ist die Affinität des Oxytocinrezeptors um bis zu das 30-fache verringert oder das 20-fache erhöht.45
Wie bei Vasopressin-Rezeptoren können Oxytocinrezeptor-Agonisten binnen 5 bis 10 Minuten eine erhebliche Downregulation der Oxytocinrezeptoren bewirken. Dies kann in bestimmten Zellarten bis über 60% der Oxytocinrezeptoren betreffen.45
Bei Sozialphobie zeigt sich eine signifikant verringerte Methylierung des Oxytocinrezeptor-Gens insbesondere bei CpG Chr3: 8 809 437. Dabei war die Cortisolreaktion auf den TSST ebenso erhöht wie die Amygdala-Reaktionsfähigkeit während eines Sozialphobie-Stressors.
Es wird angenommen, dass verminderte Oxytocinrezeptor-Gen-Methylierung eine erhöhte Oxytocinrezeptor-Expression bewirkt. Offen ist, ob die erhöhte Oxytocinrezeptor-Expression eine unmittelbare kompensatorische Upregulation aufgrund eines verringerten Oxytocinspiegels darstellt oder eine kausale Ursache für Sozialphobie ist.47
Bei Präriemäusen korreliert eine höhere Oxytocinrezeptorbindungsfähigkeit mit mütterlichem Verhalten.48

6. Wirkung von Oxytocin

6.1. Regulationsbereiche von Oxytocin

6.1.1. Verhaltensweisen

Oxytocin beeinflusst eine breite Palette von Verhaltensweisen und -reaktionen.

  • Sexuelles Verhalten45
    • verstärkt Bindung und Monogamie49
  • Mütterliches Verhalten4549
  • Elternverhalten37
  • Soziales Verhalten5051
    • bei einer Paarkonfliktdiskussion gegebenes Oxytocin52

      • erhöhte signifikant das positive Kommunikationsverhalten
      • reduzierte den Cortisolspiegel nach dem Konflikt
    • Paarbindung51

    • Bindungsstile (Attachement)51

      • Die Kombination von Oxytocin und bestimmten Bindungsmustern könnte mit der weiblichen “Tend and be Friend”-Stressreaktion in Verbindung stehen175
    • soziale Interaktion51

      • Bei Frauen nach der Menopause waren unabhängig von einer bestehenden Hormontherapie erhöhte Oxytocinstressantworten signifikant mit mangelnden sozialen Beziehungen verbunden, mit weniger positiven Beziehungen zu einem primären Partner, mit keinem Haustier und mit erhöhten Cortisolstressantworten.12
  • Ernährung, Pflege,45 elterliche Fürsorge49
  • Gedächtnis und Lernen45
  • Toleranz und Abhängigkeit von Opioiden45
  • Anxiolytisch = Angsthemmend, was aber durch das Bindungsmuster moduliert wird17
  • Stressbezogenes Verhalten45
    • Die Kombination von Oxytocin und bestimmten Bindungsmustern könnte mit der weiblichen “Tend and be Friend”-Stressreaktion in Verbindung stehen175

6.1.2. Wirkung auf Stresssysteme

Oxytocin beeinflsst das stressbezogene Verhalten45

Oxytocin hemmt die HPA-Achse. Extern gegebenes Oxytocin verringert so den Cortisol- und ACTH-Spiegel.53545556

Dadurch verringert Oxytocin die fight, flight, freeze – Stressreaktion.5
Oxytocin verstärkt dagegen die tend-and-befriend – Stressreaktion.5
Oxytocin könnte möglicherweise auch einen hemmenden Einfluss auf CRH haben.5
Da Östrogen den Oxytocinspiegel erhöht, dürften bei Frauen alle Wirkungen von Oxytocin verstärkt sein.
SSRI erhöhen den Blutspiegel von Oxytocin. Möglicherweise moderiert dies einen Teil der antidepressiven Wirkungen von SSRI.57

Oxytocin ist an homöostatischen, neuroadaptiven Prozessen beteiligt, die mit Stressreaktionen und Substanzkonsum über Interaktionen mit der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA) und dem mesolimbischen Belohnungs-Stress-System von Dopamin verbunden sind.1

6.2. Wirkung von Oxytocingabe

Oxytocingabe bei gesunden Menschen bewirkt

  • erhöhtes positives soziales Verhalten58
  • Vertrauen58
    • Oxytocin hält das Vertrauen auch dann hoch, wenn es mehrfach verletzt wurde, während die Kontrollgruppe ihr Vertrauen dann verlor59
    • Oxytocin korrelierte mit einer verringerten Aktivierung von59
      • Amygdala, Mittelhirnregionen (die Angst regulieren)32
      • dorsalem Striatum (das Verhaltensanpassung an soziale Erfahrungen adaptiert)
  • erhöht die Risikobereitschaft
    • nur in Bezug auf soziale Interaktion58
    • nicht gegenüber anderen Risiken58
  • verbessert Empathie60
  • erhöht die Beobachtung der Augenregion anderer Gesichtern61
  • Aktivität der Amygdala
    • auf beängstigende Gesichter bei Frauen erhöht, bei Männern verringert62
    • auf (sozial und nicht sozial) beängstigende Filmszenen bei Frauen erhöht62

Bei Marihuana-Abhängigen verringerte eine Oxytocingabe

  • das Craving nach der Droge
  • den DHEA-Spiegel
  • die Angstwerte
  • nicht aber das subjektive Stressempfinden auf einen Stressor (TSST)63
    Demnach könnte Oxytocin möglicherweise der Behandlungsansatz für atypische Depression, ADHS oder andere Störungsbilder sein, die von einem verringerten Cortisol-DHEA-Verhältnis geprägt sind. Hierzu sind weitere Untersuchungen wünschenswert.

Nach einem Lernen von 60 Gesichtern mit glücklichem, neutralem oder wütendem Ausdruck wurde Oxytocin oder Placebo nasal gegeben. Oxytocin verbesserte bei Männern wie Frauen den Gedächtnisabruf für wütende und neutrale Gesichter, nicht aber für freundliche Gesichter.64

Vor dem Lernen von 36 glücklichen, neutralen oder wütenden Gesichtern wurde Oxytocin oder Placebo gegeben. Die Oxytocin-Empfänger erkannten mehr glückliche und neutrale Gesichter wieder. Zuvor noch nicht gelernte Gesichter wurden nicht häufiger als bekannt genannt.65

7. Oxytocin bei AD(H)S

Eine Untersuchung fand bei Kindern mit AD(H)S einen gegenüber Nichtbetroffenen unveränderten basalen Oxytocinspiegel. Während nach Interaktion mit einem Elternteil bei Nichtbetroffenen Oxytocin anstieg, sank Oxytocin bei unbehandelten AD(H)S-Betroffenen ab. Methylphenidat bewirkte bei den AD(H)S-Betroffenen, dass der Oxytocinanstieg nach Eltern-Interaktion dem der Nichtbetroffenen entsprach.16


  1. Kovatsi, Nikolaou (2019): Opioids and the hormone oxytocin. Vitam Horm. 2019;111:195-225. doi: 10.1016/bs.vh.2019.05.003. PMID: 31421701. REVIEW

  2. Marazziti, Dell’Osso, Baroni, Mungai, Catena, Rucci, Albanese, Giannaccini, Betti, Fabbrini, Italiani, Del Debbio, Lucacchini, Dell’Osso (2006): A relationship between oxytocin and anxiety of romantic attachment. Clin Pract Epidemiol Ment Health. 2006 Oct 11;2:28.

  3. Moreno-Fernández, López-Aliaga, García-Burgos, Alférez, Díaz-Castro (2019): Fermented Goat Milk Consumption Enhances Brain Molecular Functions during Iron Deficiency Anemia Recovery. Nutrients. 2019 Oct 7;11(10):2394. doi: 10.3390/nu11102394. PMID: 31591353; PMCID: PMC6835798.

  4. Tops, van Peer, Korf (2007): Individual differences in emotional expressivity predict oxytocin responses to cortisol administration: Relevance to breast cancer?, Biological Psychology, Volume 75, Issue 2, 2007, Pages 119-123, ISSN 0301-0511, https://doi.org/10.1016/j.biopsycho.2007.01.001.

  5. Klein, Corwin (2002): Seeing the unexpected: how sex differences in stress responses may provide a new perspective on the manifestation of psychiatric disorders. Curr Psychiatry Rep. 2002 Dec;4(6):441-8.

  6. Hoge, Pollack, Kaufman, Zak, Simon (2008): Oxytocin levels in social anxiety disorder. CNS Neurosci Ther. 2008 Fall;14(3):165-70. doi: 10.1111/j.1755-5949.2008.00051.x. n = 46

  7. Veenema, Neumann (2008): Central vasopressin and oxytocin release: regulation of complex social behaviours. Prog Brain Res. 2008;170:261-76. doi: 10.1016/S0079-6123(08)00422-6. PMID: 18655888.

  8. Jansen, Gispen-de Wied, Wiegant, Westenberg, Lahuis, van Engeland (2006): Autonomic and neuroendocrine responses to a psychosocial stressor in adults with autistic spectrum disorder. J Autism Dev Disord. 2006 Oct;36(7):891-9.

  9. Bernhard, van der Merwe, Ackermann, Martinelli, Neumann, Freitag (2018): Adolescent oxytocin response to stress and its behavioral and endocrine correlates, Hormones and Behavior, Volume 105, 2018, Pages 157-165, ISSN 0018-506X, https://doi.org/10.1016/j.yhbeh.2018.08.010.

  10. de Jong, Menon, Bludau, Grund, Biermeier, Klampfl, Jurek, Bosch, Hellhammer, Neumann (2015): Salivary oxytocin concentrations in response to running, sexual self-stimulation, breastfeeding and the TSST: The Regensburg Oxytocin Challenge (ROC) study, Psychoneuroendocrinology, Volume 62, 2015, Pages 381-388, ISSN 0306-4530, https://doi.org/10.1016/j.psyneuen.2015.08.027.

  11. Carmichael, Humbert, Dixen, Palmisano, Greenleaf, Davidson (1987): Plasma oxytocin increases in the human sexual response. J Clin Endocrinol Metab. 1987 Jan;64(1):27-31.

  12. Taylor, Gonzaga, Klein, Hu, Greendale, Seeman (2006): Relation of Oxytocin to Psychological Stress Responses and Hypothalamic-Pituitary-Adrenocortical Axis Activity in Older Women; Psychosomatic Medicine: March-April 2006 – Volume 68 – Issue 2 – p 238-245; doi: 10.1097/01.psy.0000203242.95990.74

  13. Altemus, Redwine, Leong, Frye, Porges, Carter (2001): Responses to laboratory psychosocial stress in postpartum women. Psychosomatic Medicine, 63, 814–821. n = 51

  14. Cyranowski, Hofkens, Frank, Seltman, Cai, Amico (2008): Evidence of dysregulated peripheral oxytocin release among depressed women. Psychosomatic Medicine, 70, 967–975

  15. Heinrichs, Meinlschmidt, Neumann, Wagner, Kirschbaum, Ehlert, Hellhammer (2001): Effects of Suckling on Hypothalamic-Pituitary-Adrenal Axis Responses to Psychosocial Stress in Postpartum Lactating Women, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Volume 86, Issue 10, 1 October 2001, Pages 4798–4804, https://doi.org/10.1210/jcem.86.10.7919

  16. Levi-Sachar, Gvirts, Goldwin, Bloch, Shamay-Tsoory, Zagoory-Sharon, Feldman, Maoz (2019): The effect of methylphenidate on social cognition and oxytocin in children with attention deficit hyperactivity disorder. Neuropsychopharmacology. 2019 Sep 12. doi: 10.1038/s41386-019-0522-5.

  17. Tops, Van Peer, Korf, Wijers, Tucker (2007): Anxiety, cortisol, and attachment predict plasma oxytocin. Psychophysiology, 44: 444-449. doi:10.1111/j.1469-8986.2007.00510.x

  18. Brisch in: Ustorf (2014): Bindung: Die sichere Basis fürs Leben. Psychologie heute, 41, S. 20–25.

  19. z.B.: www.safe-programm.de

  20. Cloninger (1994): Temperament and personality, Current Opinion in Neurobiology, Volume 4, Issue 2, 1994, Pages 266-273, ISSN 0959-4388, https://doi.org/10.1016/0959-4388(94)90083-3.

  21. Chotai, Jonasson, Hägglöf, Adolfsson (2005): Adolescent attachment styles and their relation to the temperament and character traits of personality in a general population, European Psychiatry, Volume 20, Issue 3, 2005, Pages 251-259, ISSN 0924-9338, https://doi.org/10.1016/j.eurpsy.2004.11.008.

  22. Schlette, Brändström, Eisemann, Sigvardsson, Nylander, Adolfsson, Perris (1998): Perceived parental rearing behaviours and temperament and character in healthy adults, Personality and Individual Differences, Volume 24, Issue 5, 1998, Pages 661-668, ISSN 0191-8869, https://doi.org/10.1016/S0191-8869(97)00229-8.

  23. Cox, Stuebe, Pearson, Grewen, Rubinow, Meltzer-Brody (2015): Oxytocin and HPA stress axis reactivity in postpartum women. Psychoneuroendocrinology. 2015;55:164-72.

  24. Sanders, Freilicher, Lightman (1990): Psychological stress of exposure to uncontrollable noise increases plasma oxytocin in high emotionality women, Psychoneuroendocrinology, Volume 15, Issue 1, 1990, Pages 47-58, ISSN 0306-4530, https://doi.org/10.1016/0306-4530(90)90046-C.

  25. Heim, Young, Newport, Mletzko, Miller, Nemeroff (2009): Lower CSF oxytocin concentrations in women with a history of childhood abuse; Molecular Psychiatry volume 14, pages 954–958, 2009

  26. Vankrieken, Godart, Thomas (1983): Oxytocin determination by radioimmunoassay. Gynecol Obstet Invest. 1983;16(3):180-5.

  27. Rademacher, Schulte-Rüther, Hanewald, Lammertz (2017): Reward: From Basic Reinforcers to Anticipation of Social Cues. Curr Top Behav Neurosci. 2017;30:207-221. doi: 10.1007/7854_2015_429. PMID: 26728170. REVIEW

  28. Fu, Depue (2019): A novel neurobehavioral framework of the effects of positive early postnatal experience on incentive and consummatory reward sensitivity. Neurosci Biobehav Rev. 2019 Dec;107:615-640. doi: 10.1016/j.neubiorev.2019.09.026. Epub 2019 Sep 20. PMID: 31545989. REVIEW

  29. Charlet, Grinevich (2017): Oxytocin Mobilizes Midbrain Dopamine toward Sociality. Neuron. 2017 Jul 19;95(2):235-237. doi: 10.1016/j.neuron.2017.07.002. PMID: 28728017. REVIEW

  30. Wei, Tseng, Chang, Lu, Chang, Chiu, Yang, Chen (2020): Dysregulation of oxytocin and dopamine in the corticostriatal circuitry in bipolar II disorder. Transl Psychiatry. 2020 Aug 12;10(1):281. doi: 10.1038/s41398-020-00972-6. PMID: 32788579; PMCID: PMC7423887.

  31. László, Péczely, Géczi, Kovács, Zagoracz, Ollmann, Kertes, Kállai, László, Berta, Karádi, Lénárd (2020): The role of D2 dopamine receptors in oxytocin induced place preference and anxiolytic effect. Horm Behav. 2020 Aug;124:104777. doi: 10.1016/j.yhbeh.2020.104777. PMID: 32439347.

  32. Feldman, Bakermans-Kranenburg (2017): Oxytocin: a parenting hormone. Curr Opin Psychol. 2017 Jun;15:13-18. doi: 10.1016/j.copsyc.2017.02.011. PMID: 28813252. REVIEW

  33. Bosmans, Bakermans-Kranenburg, Vervliet, Verhees, van IJzendoorn (2020): A learning theory of attachment: Unraveling the black box of attachment development. Neurosci Biobehav Rev. 2020 Jun;113:287-298. doi: 10.1016/j.neubiorev.2020.03.014. PMID: 32276142. REVIEW

  34. Galbally M, Lewis AJ. Depression and parenting: the need for improved intervention models. Curr Opin Psychol. 2017 Jun;15:61-65. doi: 10.1016/j.copsyc.2017.02.008. PMID: 28813270. REVIEW

  35. Apter-Levy, Feldman, Vakart, Ebstein, Feldman (2013): Impact of maternal depression across the first 6 years of life on the child’s mental health, social engagement, and empathy: The moderating role of oxytocin. Am J Psychiatry. 2013 Oct;170(10):1161-8. doi: 10.1176/appi.ajp.2013.12121597. PMID: 23846912.

  36. Pratt, Apter-Levi, Vakart, Feldman, Fishman, Feldman, Zagoory-Sharon, Feldman (2015): MATERNAL DEPRESSION AND CHILD OXYTOCIN RESPONSE; MODERATION BY MATERNAL OXYTOCIN AND RELATIONAL BEHAVIOR. Depress Anxiety. 2015 Sep;32(9):635-46. doi: 10.1002/da.22392. Epub 2015 Jun 30. PMID: 26130435. n = 194

  37. Love (2014): Oxytocin, motivation and the role of dopamine. Pharmacol Biochem Behav. 2014 Apr;119:49-60. doi: 10.1016/j.pbb.2013.06.011. PMID: 23850525; PMCID: PMC3877159. REVIEW

  38. Schultz (2013): Updating dopamine reward signals. Curr Opin Neurobiol. 2013 Apr;23(2):229-38. doi: 10.1016/j.conb.2012.11.012. PMID: 23267662; PMCID: PMC3866681. REVIEW

  39. Liu, Hsu, Suarez, Subramanian, Fatemi, Cortella, Noble, Roitman, Kanoski (2020): Central oxytocin signaling inhibits food reward-motivated behaviors and VTA dopamine responses to food-predictive cues in male rats. Horm Behav. 2020 Oct 1;126:104855. doi: 10.1016/j.yhbeh.2020.104855. PMID: 32991888.

  40. Li, Zhang, Cao, Liu, Guo, Shen, Ye, Liu, Li, Liu (2020): Oxytocin Exerts Antidepressant-like effect by potentiating dopaminergic synaptic transmission in the mPFC. Neuropharmacology. 2020 Jan 1;162:107836. doi: 10.1016/j.neuropharm.2019.107836. PMID: 31682854.

  41. Fujiwara, Sanada, Kofuji, Akagawa (2016): Unusual social behavior in HPC-1/syntaxin1A knockout mice is caused by disruption of the oxytocinergic neural system. J Neurochem. 2016 Jul;138(1):117-23. doi: 10.1111/jnc.13634. PMID: 27059771.

  42. Wang, Gu, Huang, Zhang, Chen, Wu (2019): STX1A gene variations contribute to the susceptibility of children attention-deficit/hyperactivity disorder: a case-control association study. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. 2019 Sep;269(6):689-699. doi: 10.1007/s00406-019-01010-3. PMID: 30976917.

  43. Fujiwara, Snada, Kofuji, Yoshikawa, Akagawa (2010): HPC-1/syntaxin 1A gene knockout mice show abnormal behavior possibly related to a disruption in 5-HTergic systems. Eur J Neurosci. 2010 Jul;32(1):99-107. doi: 10.1111/j.1460-9568.2010.07269.x. PMID: 20576034.

  44. Fujiwara, Kofuji, Akagawa (2011): Dysfunction of the hypothalamic-pituitary-adrenal axis in STX1A knockout mice. J Neuroendocrinol. 2011 Dec;23(12):1222-30. doi: 10.1111/j.1365-2826.2011.02214.x. PMID: 21910766.

  45. Gimpl Fahrenholz (2001): The Oxytocin Receptor System: Structure, Function, and Regulation, Physiological Reviews 2001 81:2, 629-683 REVIEW

  46. Gimpl, Burger, Fahrenholz (1997): Cholesterol as modulator of receptor function. Biochemistry 36: 10959–10974, 1997

  47. Ziegler, Dannlowski, Bräuer, Stevens, Laeger, Wittmann, Kugel, Dobel, Hurlemann, Reif, Lesch, Heindel, Kirschbaum, Arolt, Gerlach, Hoyer, Deckert, Zwanzger, Domschke (2015): Oxytocin receptor gene methylation: converging multilevel evidence for a role in social anxiety. Neuropsychopharmacology: official publication of the American College of Neuropsychopharmacology, 40(6), 1528-38.

  48. Olazábal, Young (2006): Oxytocin receptors in the nucleus accumbens facilitate “spontaneous” maternal behavior in adult female prairie voles. Neuroscience. 2006 Aug 25;141(2):559-68.

  49. Young, Lim, Gingrich, Insel (2001): Cellular Mechanisms of Social Attachment, Hormones and Behavior, Volume 40, Issue 2, 2001, Pages 133-138, ISSN 0018-506X, https://doi.org/10.1006/hbeh.2001.1691.

  50. Gimpl, Fahrenholz (2001): The Oxytocin Receptor System: Structure, Function, and Regulation, Physiological Reviews 2001 81:2, 629-683 REVIEW

  51. Sharma, Gonda, Dome, Tarazi (2020): What’s Love Got to do with it: Role of oxytocin in trauma, attachment and resilience. Pharmacol Ther. 2020 Oct;214:107602. doi: 10.1016/j.pharmthera.2020.107602. PMID: 32512017. REVIEW

  52. Ditzen, Schaer, Gabriel, Bodenmann, Ehlert, Heinrichs (2009): Intranasal Oxytocin Increases Positive Communication and Reduces Cortisol Levels During Couple Conflict, Biological Psychiatry, Volume 65, Issue 9, 2009, Pages 728-731, ISSN 0006-3223, https://doi.org/10.1016/j.biopsych.2008.10.011.

  53. Detillion, Craft, Glasper, Prendergast, DeVries (2004): Social facilitation of wound healing, Psychoneuroendocrinology, Volume 29, Issue 8, 2004, Pages 1004-1011, ISSN 0306-4530, https://doi.org/10.1016/j.psyneuen.2003.10.003.

  54. Chiodera, Coiro (1987): Oxytocin reduces metyrapone-induced ACTH secretion in human subjects, Brain Research, Volume 420, Issue 1, 1987, Pages 178-181, ISSN 0006-8993, https://doi.org/10.1016/0006-8993(87)90257-5.

  55. Izzo, Rotondi, Perone, Lauro, Manzo, Casilli, Rasile, Amato (1999): Inhibitory effect of exogenous oxytocin on ACTH and cortisol secretion during labour. Clinical and Experimental Obstetrics & Gynecology [01 Jan 1999, 26(3-4):221-224]. PMID:10668163

  56. Coiro, Passeri, Davoli, Bacchi-Modena, Bianconi, Volpi, Chiodera (1988): Oxytocin reduces exercise-induced ACTH and cortisol rise in man; European Journal of Endocrinology; Page(s): 405–412, Volume/Issue: Volume 119: Issue 3. DOI: https://doi.org/10.1530/acta.0.1190405

  57. Uvnäs-Moberg, Björkstrand, Hillegaart, Ahlenius (1999): Oxytocin as a possible mediator of SSRI-induced antidepressant effects; Psychopharmacology, February 1999, Volume 142, Issue 1, pp 95–101

  58. Kosfeld, Heinrichs, Zak, Fischbacher, Fehr (2005): Oxytocin increases trust in humans; Nature volume 435, pages 673–676, 02 June 2005

  59. Baumgartner, Heinrichs, Vonlanthen, Fischbacher, Fehr (2008): Oxytocin shapes the neural circuitry of trust and trust adaptation in humans. Neuron. 2008 May 22;58(4):639-50. doi: 10.1016/j.neuron.2008.04.009.

  60. Domes, Heinrichs, Michel, Berger, Herpertz (2007): Oxytocin improves “mind-reading” in humans. Biol Psychiatry. 2007 Mar 15;61(6):731-3.

  61. Guastella, Mitchell, Dadds (2008): Oxytocin increases gaze to the eye region of human faces. Biol Psychiatry. 2008 Jan 1;63(1):3-5.

  62. Lischke, Gamer, Berger, Grossmann, Hauenstein, Heinrichs, Herpertz, Domes (2012): Oxytocin increases amygdala reactivity to threatening scenes in females. Psychoneuroendocrinology. 2012 Sep;37(9):1431-8. doi: 10.1016/j.psyneuen.2012.01.011.

  63. McRae-Clark, Baker, Maria, Brady (2013): Effect of oxytocin on craving and stress response in marijuana-dependent individuals: a pilot study. Psychopharmacology (Berl). 2013;228(4):623-31.

  64. Savaskan, Ehrhardt, Schulz, Walter, Schächinger (2008): Post-learning intranasal oxytocin modulates human memory for facial identity. Psychoneuroendocrinology. 2008 Apr;33(3):368-74. doi: 10.1016/j.psyneuen.2007.12.004. n = 36

  65. Guastella, Mitchell, Mathews (2008): Oxytocin enhances the encoding of positive social memories in humans. Biol Psychiatry. 2008 Aug 1;64(3):256-8. doi: 10.1016/j.biopsych.2008.02.008.

Diese Seite wurde am 12.01.2022 zuletzt aktualisiert.