Liebe Leserinnen und Leser von ADxS.org, bitte verzeihen Sie die Störung.

ADxS.org benötigt in 2022 rund 12.500 €. In 2022 erhielten wir bis zum 30.04. Spenden Dritter von 3.589,95 €. Leider spenden 99,7 % unserer Leser nicht. Wenn alle, die diese Bitte lesen, einen kleinen Beitrag leisten, wäre unsere Spendenkampagne für das Jahr 2022 nach einigen Tagen vorbei. Dieser Spendenaufruf wird 4.000 Mal in der Woche angezeigt, jedoch nur 19 Menschen spenden. Wenn Sie ADxS.org nützlich finden, nehmen Sie sich bitte eine Minute Zeit und unterstützen Sie ADxS.org mit Ihrer Spende. Vielen Dank!

Seit dem 01.06.2021 wird ADxS.org durch den gemeinnützigen ADxS e.V. getragen. Spenden an den ADxS e.V. sind steuerlich absetzbar (bis 100 € genügt der Überweisungsträger als Spendenquittung).

3.589€ von 12.500€ - Stand 02.05.2022
28%
Header Image
AD(H)S-Behandlung verringert Komorbiditäten

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ausklappen
Inhaltsverzeichnis einklappen
Das Projekt ADxS.org
Symptome
Folgen
Neurologische Aspekte
CRH
Behandlung und Therapie
Änderungshistorie
Suche

AD(H)S-Behandlung verringert Komorbiditäten

Eine Behandlung von AD(H)S bewirkt bei Betroffenen über die Reduzierung der AD(H)S-Symptome hinaus zugleich eine Reduzierung von Symptomen komorbider Belastungen in vielen Bereichen.

1. Normalisierung von komorbiden psychischen Störungen durch AD(H)S-Medikamente

Die Symptome dieser Bereiche, die vor der Behandlung komorbid deutlich überhöht waren, werden durch eine Methylphenidatbehandlung innerhalb von 4 bis 6 Monaten in die Normbereiche zurückgeführt.123 Die Darstellung deckt sich mit unseren Erfahrungen, wobei wir nicht der Auffassung sind, dass es sich lediglich um subjektive Verbesserungen aufgrund therapeutischer Erwartungshaltung handelt,4 sondern wir halten dies für eine unmittelbare therapeutische Wirkung.

Eine AD(H)S-Behandlung bewirkt Verbesserungen in Bezug auf

  • Zwanghaftigkeit (starker Rückgang)5
  • Depressivität16
  • Ängstlichkeit7
  • phobische Angst7
  • Aggressivität73
  • soziale Introversion (hier: angegebene Schüchternheit, Eigenbrötelei etc.) – starker Rückgang, Unsicherheit im Sozialkontakt, soziale Gehemmtheit783
  • soziale Orientierung3
  • Erregbarkeit3
  • Hypomanie6
  • allgemeine Lebenszufriedenheit (hier: positive Grundstimmung, Zuversichtlichkeit etc.)3
  • Beanspruchungsgefühl (angespannt, überfordert, gestresst)3
  • Emotionalität3
  • Extraversion3
  • Offenheit3
  • Somatisierung5
  • körperliche Beschwerden (weniger signifikanter Rückgang)3
  • paranoides Denken5
  • Psychotizismus (hier: Isolationsgefühle, verzerrtes Erleben etc.)5
  • Hypochondrie6
  • Hysterie (Konversionsstörung)6
  • Paranoia6
  • Psychasthenie (Neurosen)6
  • Schizophrenie (hier: merkwürdige Ideen, außergewöhnliche Gefühle etc.) – starker Rückgang6

Verschlechterungen ergaben sich in den Bereichen

  • Leistungsorientierung3
  • Gesundheitssorgen (wenn auch nur gering)3

Psychopathie blieb unverändert.6

Bei über 80% der Probanden waren nach 4 bis 6 Monaten Methylphenidattherapie die Diagnosekriterien einer AD(H)S nicht mehr erfüllt.9

2. Normalisierung von Symptomen des Persönlichkeits-Stil- und Störungsinventars (PSSI) durch AD(H)S-Medikamente

AD(H)S-Betroffene entwickeln bei Methylphenidattherapie alle 14 Persönlichkeitsbereiche des PSSI positiv, also weg vom Pol einer möglichen Persönlichkeitsstörung der Merkmals, hin zum Bereich normaler Persönlichkeitsausprägungen.10 Die Darstellung deckt sich mit unseren Erfahrungen, wobei wir nicht der Auffassung sind, dass es sich lediglich um subjektive Verbesserungen aufgrund therapeutischer Erwartungshaltung handelt,4 sondern wir halten dies für eine unmittelbare therapeutische Wirkung.

  • eigenwillig – paranoid11
  • zurückhaltend – schizoid11
  • ahnungsvoll – schizotypisch11
  • spontan – borderline11
  • liebenswürdig – histrionisch11
  • ehrgeizig – narzisstisch11
  • selbstkritisch – selbstunsicher11
  • loyal – abhängig11
  • sorgfältig – zwanghaft11
  • kritisch – negativistisch11
  • still – depressiv11
  • hilfsbereit – selbstlos11
  • optimistisch – rhapsodisch11
  • selbstbehauptend – antisozial11

Die Symptome waren schon bei Testbeginn unterhalb der Schwelle, ab der eine Persönlichkeitsstörung in Betracht gekommen wäre. Die positive Entwicklung dokumentiert jedoch die Entwicklung hin zu ausgeglicheneren Persönlichkeitsmerkmalen. Diese sind für die Betroffenen von hohem subjektiven Nutzen.


  1. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, S. 91 ff, Symptome nach Symptom-Checkliste SCL-90-R, Derogatis, 1977 / Franke, 1995. Achtung, geringe Probandenzahl von n = 22

  2. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, S. 93 ff, Symptome nach Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI-2), Engel, 2000. Achtung, geringe Probandenzahl von n = 22

  3. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, S. 94 ff, Symptome nach Freiburger Persönlichkeitsinventar FPI-R, 1984. Achtung, geringe Probandenzahl von n = 22

  4. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, Seite 100

  5. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, S. 91 ff, Symptome nach Symptom-Checkliste SCL-90-R (Derogatis, 1977 / Franke, 1995). Achtung, geringe Probandenzahl von n = 22.

  6. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, S. 93 ff, Symptome nach Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI-2) (Engel, 2000). Achtung, geringe Probandenzahl von n = 22

  7. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, S. 91 ff, Symptome nach Symptom-Checkliste SCL-90-R, Derogatis, 1977 / Franke, 1995. Achtung, geringe Probandenzahl von n = 22.

  8. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, S. 93 ff, Symptome nach Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI-2). Engel, 2000. Achtung, geringe Probandenzahl von n = 22

  9. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, Seite 99 – 18 von 22 Patienten = 81,8%, 31,8% ist wohl ein Schreibfehler.

  10. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, Seite 97 ff

  11. Edel, Vollmoeller: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen, 2006, S. 97 ff, Symptome nach Persönlichkeits-Stil- und Störungsinventar (PSSI). Achtung, geringe Probandenzahl von n = 22

Diese Seite wurde am 07.03.2022 zuletzt aktualisiert.