Liebe Leserinnen und Leser von ADxS.org, bitte verzeihen Sie die Störung.

ADxS.org benötigt in 2022 rund 12.500 €. In 2022 erhielten wir bis zum 30.04. Spenden Dritter von 3.589,95 €. Leider spenden 99,7 % unserer Leser nicht. Wenn alle, die diese Bitte lesen, einen kleinen Beitrag leisten, wäre unsere Spendenkampagne für das Jahr 2022 nach einigen Tagen vorbei. Dieser Spendenaufruf wird 4.000 Mal in der Woche angezeigt, jedoch nur 19 Menschen spenden. Wenn Sie ADxS.org nützlich finden, nehmen Sie sich bitte eine Minute Zeit und unterstützen Sie ADxS.org mit Ihrer Spende. Vielen Dank!

Seit dem 01.06.2021 wird ADxS.org durch den gemeinnützigen ADxS e.V. getragen. Spenden an den ADxS e.V. sind steuerlich absetzbar (bis 100 € genügt der Überweisungsträger als Spendenquittung).

3.589€ von 12.500€ - Stand 02.05.2022
28%
Header Image
17. Suchtprobleme bei AD(H)S

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ausklappen
Inhaltsverzeichnis einklappen
Das Projekt ADxS.org
Symptome
Folgen
Neurologische Aspekte
CRH
Behandlung und Therapie
Änderungshistorie
Suche

17. Suchtprobleme bei AD(H)S

Suchtprobleme sind ein mögliches Symptom von unbehandeltem AD(H)S. AD(H)S-Medikamente verringern das Suchtrisiko erheblich,

17.1. Stoffgebundene Süchte bei AD(H)S

17.1.1. Alkoholsucht bei AD(H)S

Kurzfristiger Alkoholkonsum verringert Stresssymptome. Langfristiger Alkoholkonsum erhöht sie dagegen.

Bestand neben einer Alkoholsucht eine weitere stoffgebundene Sucht, war bei jungen Männern die Wahrscheinlichkeit von AD(H)S 5,3 fach erhöht.1

17.1.2. Cannabiskonsum und AD(H)S

Cannabis kann bei AD(H)S eine selbstmedikamentierende Komponente haben. Diese tritt bereits bei Dosen ein, die keine Rauschwirkung haben (Microdosing). Gleichwohl ist nichtmedizinischer Cannabis keine angemessene Behandlung und medizinischer Cannabis nur in sehr seltenen Konstellationen eine mögliche Medikation.
Dosierungen, die eine Rauschwirkung verursachen, stellen keine seriöse medizinische Bedeutung dar. Bei nichtmedizinischem Cannabis ist aufgrund der hohen Wirkstoffschwankungen eine medizinische Nutzbarkeit grundsätzlich fraglich.
Mehr hierzu unter Cannabinoiderge Medikamente bei AD(H)S und Substanzmissbrauch mit Selbstmedikationswirkung bei AD(H)S.

17.2. Nicht stoffgebundene Süchte

17.2.1. Videospielsucht bei AD(H)S

AD(H)S scheint eine höhere Videospielzeit auszulösen, während mehr Videospielzeit keine Erhöhung von AD(H)S bewirkt.2
Wir vermuten, dass das durch AD(H)S bewirkte geringere Interesse für entferntere Belohnungen eine höhere Affinität zu Videospielen auslöst, da diese häufig mittels kurzfristiger Belohnungen motivieren.
Internetspielsucht und AD(H)S scheinen die selbe verringerte funktionelle Konnektivität zwischen PFC und subkortikalen Gehirnregionen aufzuweisen, die jeweils nach 1 Jahr medikamentöser Behandlung zurückging.3
Eine Studie fand einen Zusammenhang zwischen Internetspielsucht und Unaufmerksamkeit. Sie fand außerdem, dass dieser Zusammenhang durch eine vertikaler individualistische kulturelle Orientierung ohne signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschied verstärkt wurde.4

17.2.2. Internetsucht und AD(H)S

Von 650 Jungen einer High-School zeigten 12 bis 15% eine ausgeprägte Internetsucht. Diese ging mit erhöhter AD(H)S-Symptomatik einher.5
Internetsucht wurde durch eine Studie in zwei Subtypen unterschieden: einen Subtyp, der mit Impulsivität und ADHS korrelierte und einen anderen Subtyp, der mit Zwanghaftigkeit korrelierte.6
Eine Studie fand, dass Internetsucht bei AD(H)S mit motivationaler Dysfunktion, nicht aber mit exekutiver Dysfunktion korrelierte.7

17.2.3. Handysucht bei AD(H)S

Überhöhte Handybenutzung korreliert mit Impulsivität8 und betraf 20,1% der teilnehmenden studentischen Probanden.
Überhöhte Handybenutzung korrelierte weiter mit höheren Werten an

  • Alkoholkonsum
  • sexueller Aktivität
  • PTBS/PTSD
  • Angststörungen
  • Depressionen

Handysucht korrelierte in einer Studie unmittelbar mit AD(H)S, Depression, Angst und Stress, nicht aber mit Schlafdauer.9


  1. Marmet, Studer, Lemoine, Grazioli, Bertholet, Gmel (2019): Reconsidering the associations between self-reported alcohol use disorder and mental health problems in the light of co-occurring addictions in young Swiss men. PLoS One. 2019 Sep 30;14(9):e0222806. doi: 10.1371/journal.pone.0222806. eCollection 2019. n = 5516

  2. Stenseng.,Hygen, Wichstrøm (2019): Time spent gaming and psychiatric symptoms in childhood: cross-sectional associations and longitudinal effects. Eur Child Adolesc Psychiatry. 2019 Sep 6. doi: 10.1007/s00787-019-01398-2. n = 791

  3. Han, Bae, Hong, Kim, Son, Renshaw (2019): Resting-State fMRI Study of ADHD and Internet Gaming Disorder. J Atten Disord. 2019 Oct 23:1087054719883022. doi: 10.1177/1087054719883022.

  4. Stavropoulos, Baynes, O’Farrel, Gomez, Mueller, Yucel, Griffiths (2020): Inattention and Disordered Gaming: Does Culture Matter? Psychiatr Q. 2020 Jan 3. doi: 10.1007/s11126-019-09702-8.

  5. Choi, Huh, Kim, Suh, Lee, Potenza (2019): Transitions in Problematic Internet Use: A One-Year Longitudinal Study of Boys. Psychiatry Investig. 2019 Jun;16(6):433-442. doi: 10.30773/pi.2019.04.02.1.

  6. Tiego, Lochner, Ioannidis, Brand, Stein, Yücel, Grant, Chamberlain (2019): Problematic use of the Internet is a unidimensional quasi-trait with impulsive and compulsive subtypes. BMC Psychiatry. 2019 Nov 8;19(1):348. doi: 10.1186/s12888-019-2352-8.

  7. Zhou, Zhang, Li, Xue, Zhang-James (2020): Motivational but not executive dysfunction in attention deficit/hyperactivity disorder predicts internet addiction: Evidence from a longitudinal study. Psychiatry Res. 2020 Jan 25;285:112814. doi: 10.1016/j.psychres.2020.112814. PMID: 32036155.

  8. Grant, Lust, Chamberlain (2019): Problematic smartphone use associated with greater alcohol consumption, mental health issues, poorer academic performance, and impulsivity. J Behav Addict. 2019 Jun 1;8(2):335-342. doi: 10.1556/2006.8.2019.32. n = 3.425

  9. Selçuk, Ayhan (2019): The relationship between smartphone addiction risk and sleep duration and psychosocial comorbidities in health professional candidates. Perspect Psychiatr Care. 2019 Dec 20. doi: 10.1111/ppc.12465. n = 408

Diese Seite wurde am 21.02.2022 zuletzt aktualisiert.