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Alpha-Amylase

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Alpha-Amylase

Alpha-Amylase ist ein Hormon, das das Autonome Nervensystem (Sympathikus / Parasympathikus) steuert. In seiner Bedeutung für das Autonome Nervensystem entspricht es der von Cortisol für die HPA-Achse.

Der Alpha-Amylase-Spiegel korreliert mit den Veränderungen des Cortisolspiegels.1

α-Amylase wird bei adrenerger Aktivität aus der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea, Glandula parotis oder Parotis) ausgeschieden. α-Amylase ist ein Marker für stressinduzierte adrenerge Aktivität2 und für den arteriellen Mitteldruck (MAP). Arterieller Mitteldruck ist das Produkt aus Herzzeitvolumen und peripherem Gesamtwiderstand, was die Organperfusion widerspiegelt. Er stellt ein physiologisches Maß für die Aktivierung des Sympathikus dar.3

α-Amylase steigt bei psychosozialem Stress schneller an als Speichelcortisol.4 Möglicherweise ist bei Alpha-Amylase lediglich die Speichel-Amylase, nicht aber der Alpha-Amylase Blutspiegel als Reaktion auf einen akuten Stressor erhöht, während Blut- wie Speichel-Amylase-Werte auf eine pharmakologische Behandlung gleichlaufend reagieren. Bei Cortisol gibt es diese Unterschiede nicht.

Die Alpha-Amylase-Stressantwort ist bei Probanden mit kindlichen Traumata signifikant erhöht.5

Von 62 AD(H)S-betroffenen Kindern zeigte der ADHS-Typ vor einer Venenpunktion einen identischen Cortisolspiegel wie Nichtbetroffene, während der ADS-Subtyp bereits vor der Venenpunktion einen gegenüber Nichtbetroffenen erhöhten Cortisolspiegel zeigte. Da bei ADS- wie bei ADHS-Betroffenen der basale Cortisolspiegel niedriger ist als bei Nichtbetroffenen könnte dies eine Angst-Reaktion in Erwartung des Stressors sein.1 Das selbe Muster zeigte sich in Bezug auf Alpha-Amylase als Repräsentant des Vegetativen Nervensystems.

Eine langanhaltende Behandlung mit Stimulantien verringert bei AD(H)S-Betroffenen den Cortisol- und den Alpha-Amylasespiegel.6

Der basale Alpha-Amylaseverlauf entspricht dem des Cortisols.

Auch bei Jungen mit Externalisierungsproblemen entspricht der basale Cortisolspiegel dem typischen (abnehmenden) Tagesverlauf, wobei dieser teils von einem niedrigeren Morgenniveau aus startet. Oppositionelles Trotzverhalten (ODD) oder AD(H)S beeinflussen dagegen den Cortisol-Tagesverlauf nicht.7
Allerdings korrelierten externalisierende Verhaltensstörungen bei Jungen mit signifikant verringerten Alpha-Amylase-Spiegeln.7

Probanden mit einem COMT Val158Val oder einem Met158Met Genpolymorphismus zeigten geringere Alpha-Amylase-Spiegel als Probanden mit einem COMT Val158Met Genpolymorphismus.7


  1. Angeli, Korpa, Johnson, Apostolakou, Papassotiriou, Chrousos, Pervanidou (2018):Salivary cortisol and alpha-amylase diurnal profiles and stress reactivity in children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder. Psychoneuroendocrinology. 2018 Apr;90:174-181. doi: 10.1016/j.psyneuen.2018.02.026.

  2. van Stegeren, Rohleder, Everaerd, Wolf (2006): Salivary alpha amylase as marker for adrenergic activity during stress: effect of betablockade. Psychoneuroendocrinology. 2006 Jan;31(1):137-41. doi: 10.1016/j.psyneuen.2005.05.012. PMID: 16046076.

  3. Bloomfield, McCutcheon, Kempton, Freeman, Howes (2019): The effects of psychosocial stress on dopaminergic function and the acute stress response. Elife. 2019 Nov 12;8:e46797. doi: 10.7554/eLife.46797. PMID: 31711569; PMCID: PMC6850765.

  4. Maruyama, Kawano, Okamoto, Ando, Ishitobi, Tanaka, Inoue, Imanaga, Kanehisa, Higuma, Ninomiya, Tsuru, Hanada, Akiyoshi (2012): Differences in salivary alpha-amylase and cortisol responsiveness following exposure to electrical stimulation versus the Trier Social Stress Tests. PLoS One. 2012;7(7):e39375. doi: 10.1371/journal.pone.0039375. PMID: 22859941; PMCID: PMC3408464.

  5. Kuras, McInnis, Thoma, Chen, Hanlin, Gianferante, Rohleder (2016): Increased alpha-amylase response to an acute psychosocial stress challenge in healthy adults with childhood adversity. Dev Psychobiol. 2017 Jan;59(1):91-98. doi: 10.1002/dev.21470.

  6. Ertugrul, Kirzioglu, Aktepe, Savas (2018): The effects of psychostimulants on oral health and saliva in children with attention deficit hyperactivity disorder: A case-control study. Niger J Clin Pract. 2018 Sep;21(9):1213-1220. doi: 10.4103/njcp.njcp_385_17.

  7. Angyal, Halasz, Meszaros, Kovacs, Kruk, Nemoda (2016): Potential salivary biomarkers and their genetic effects in a pilot study of adolescent boys with externalizing problems. Neuropsychopharmacol Hung. 2016 Dec;18(4):173-179.

Diese Seite wurde am 12.01.2022 zuletzt aktualisiert.